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Kleinsäuger auf der Streuobstwiese

Katz und Maus Spiel zum Jahresende

Eine Gelbhalsmaus im Sprung auf einer grünen Wiese.
Gelbhalsmaus auf der Flucht. | Foto: E. Grimmberger 2022

Völlig unverhofft bekamen wir die Möglichkeit einer Kleinsäugererfassung auf der Streuobstwiese in Plau am See. Durchgeführt wurde diese von Dr. Peter Boye mit Unterstützung von Jugendlichen vom DJN.

Kleinsäuger als neue Artengruppe

Nachdem wir bei einigen Tierarten auf der Apfelwiese in Plau schon mit handfesten Ergebnissen aufwarten können, fehlten uns z. B. die Kleinsäuger noch völlig. Mitglieder des Deutschen Jugendbundes für Naturbeobachtung (DJN) trafen sich zum Jahresende zu ihrer Jahreshauptversammlung in Klein Dammerow . Dort wurden unter fachkundiger Anleitung Fangboxen mit Heu und Apfel bestückt und anschließend auf der Streuobstwiese installiert. Wir durften beim Aufbau und bei den Kontrollen der Fallen unterstützen.
Dr. Peter Boye als Spezialist für Kleinsäuger leitete die Aktion und konnte alle unsere Fragen beantworten.

Tierwohl stand im Vordergrund

Schon am 28.12.2025 wurden die Fangboxen an geeigneten Standorten ausgebracht. Selbstverständlich handelte es sich um Lebendfallen, da die Mäuse nicht zu Schaden kommen sollten. Mit 40 Fangboxen konnten wir alle potentiellen Lebensräume bestücken. Am Ende der Falle befand sich eine sogenannte Nistbox, die mit Heu, Apfel oder sogar mit Thunfisch bestückt wurde. Knapp 24 Stunden blieben die Fallen offen, damit  die Mäuse Vertrauen fassen und sich an die Fallen gewöhnen. 

Ab 12 Uhr waren die Fallen fängig gestellt

Am 29.12.2025 gegen 12 Uhr wurden die Fallen durch den Kleinsäugerexperten Dr. Peter Boye fängig gestellt. Im Vorfeld hatte er uns und die Jugendlichen vom DJN darüber informiert, dass die Mäuse maximal 4 Stunden in den Fallen verbleiben dürften. Somit wäre sichergestellt, dass eventuell vorhandener Nachwuchs nicht zu Schaden käme.

1. Leerung gegen 16 Uhr

Knapp 40 Naturfreund*innen hatten sich zur ersten Leerung um 16 Uhr eingefunden. Gleich zu Anfang wurde eine Waldspitzmaus präsentiert. Schnell kamen andere Arten, wie Rötelmaus oder Feldmaus dazu. Jede Art wurde sachkundig von Dr. Peter Boye vorgestellt und entsprechende Fragen beantwortet. Schnell wagten sich die ersten Teilnehmer*innen an Bestimmungsversuche und halfen bei der Kontrolle der Fallen. Mit einer hübschen Brandmaus endete die erste Leerung und alle waren auf die zweite Leerung gespannt. Sollte die Dunkelheit noch andere Arten bringen?

2. Leerung gegen 20 Uhr

Auch die zweite Leerung war gut besucht. In der Dunkelheit wurden Kopflampen benötigt und die Fotografen hatten mit schwierigen Lichtbedingungen zu kämpfen. Tatsächlich waren im angrenzenden Schilfgebiet die Brandmäuse nun häufiger in den Fallen. Gelbhalsmäuse und eine Waldmaus erweiterten die Artenliste. 
Insgesamt konnten 21 Exemplare der Arten Waldspitzmaus, Feldmaus, Waldhaus, Rötelmaus, Brandmaus und Gelbhalsmaus erfasst werden.

Gemütlicher Abschluss

Die Besitzer der Streuobstwiese Christine und Jan Nissen, hatten anschließend zu heißem Apfelsaft am Lagerfeuer eingeladen. Was gibt es besseres, als auf einer unter ökologischen Gesichtspunkten bewirtschafteten Streuobstwiese, die Früchte zu genießen? 
Christine, Jan und auch Dr. Peter Boye standen noch für Fragen zum Obstbau, der Verarbeitung oder auch zu den Kleinsäugern auf solchen Flächen zur Verfügung. Gemütlich klang der Abend und auch unsere Exkursionsreihe in 2025 aus.
Ein großes Dankeschön an Christine, Jan und Peter.