Hu-hoo, Wer ruft denn da? – Waldkäuze im Liebesrausch
Exkursionsleiter: Udo Steinhäuser, Lucas Kamrath u. Monty Erselius

Vor einigen Jahren waren wir dem Waldkauz im Plauer Stadtwald schon einmal auf der Spur. Dies haben wir nun wiederholt, um den Bestand abschätzen zu können. Die Waldkäuze scheinen sich in unserem Plauer Stadtwald wohl zu fühlen. Es mangelt weder an Höhlen, noch an Nahrung.
Lautloser Jäger der Nacht
Der Waldkauz (Strix aluco) ist einer der häufigsten Eulenarten Europas. Er bewohnt Wälder, Parks und Baumreihen, bevorzugt mittelalten bis reifen Wald mit ausreichend Deckung. Typisch ist seine barsch-tönende, kehlig klingende Stimme und sein ruhiges, fast lautloses Flugbild. Waldkäuze haben runde Köpfe, dunkle Augen und großflügelige Flügel, die ihnen ein lautloses Gleiten ermöglichen. Sie ernähren sich vor allem von Kleinsäugern wie Mäusen und Spitzmäusen, aber auch Vögel, Insekten und Amphibien stehen auf dem Speiseplan.
Ein auffälliges Merkmal ist der helle Bauch mit dunkleren Flecken. Es gibt braune und graue Farbvarianten. Die Brutzeit beginnt meist im Frühjahr; das Weibchen legt 3–5 Eier. Das Männchen versorgt das Weibchen während der Brut mit Nahrung. Waldkäuze sind anspruchslos, aber auf geeignete Brutstätten wie Baumhöhlen oder Nistkästen angewiesen, um sicher zu brüten.
Jetzt beginnt die Balzzeit!
Die Balz beginnt typischerweise im Winterhalbjahr, oft ab Dezember bis Februar/März, wobei die Hauptaktivität vor allem in den Monaten Januar bis März liegt. Es kann regional leicht variieren.
Unheimliche Rufe
Der Waldkauz ruft vor allem nachts. Der typische Ruf ist ein tiefes, kehliges „hoo-hoo“ oder „hu-hoo“, oft in einer monotonen Folge. In der Brutzeit können Paare ein rituelles Rufduo austauschen,
bei dem Männchen und Weibchen sich gegenseitig anrufen und antworten. Zusätzlich kann der Waldkauz kurze, scharrende Lautfolgen oder husternde Töne von sich geben, besonders bei Annäherung an den
Horst oder zur Abwehr von Rivalen.
Für viele Menschen klingen die Rufe unheimlich und beängstigend. Uns stimmen sie froh, da diese von einem besetzten Waldkauzrevier künden.
Hinweis
Eulen und Käuze sind in ihren Aktivitäten unberechenbar. Es gehört viel Glück und Ausdauer dazu, um einen rufenden Waldkauz gezielt zu verhören. Zudem sollte es windstill und trocken sein. Zum Glück hatten wir dieses Mal perfekte Bedingungen.
Wie lief die Erfassung?
Wir haben den Plauer Stadtwald in 3 kleinen Gruppen auf unterschiedlichen Routen zu durchwandert. Dabei wurden in festgelegten Abständen die Rufe eines Waldkauzes imitiert. Erfolgte eine Antwort, wurde diese dokumentiert (Punkt auf der Karte). Da die Waldkäuze empfindlich auf Störungen reagieren, wurde auf Licht und Lärm verzichtet.
Ergebnisse
Wir haben bei unserer Zählung am 24.2.2026 acht Waldkauzreviere erfasst.


