Lurche in Feldsöllen

Wenn der Frühling ins Land zieht, beginnt die Wanderung der Amphibien an die Laichgewässer. Diese können völlig unterschiedlich ausfallen, vom lauschigen Waldsee bis zum Regenrückhaltebecken an der Autobahn. Wir wollen uns dieses Mal den Feldsöllen widmen. Dort müssen sich Frösche, Kröten, Unken und Molche sehr vielen Herausforderungen stellen.
Wichtiger Lebensraum in der Feldflur
Feldsölle (oder einfach „Sölle“) sind kleine, meist runde Senken in der Landschaft, die oft mit Wasser gefüllt sind.
Sie entstanden am Ende der Weichseleiszeit: Zurückgebliebene Eisblöcke im Boden tauten langsam auf und hinterließen Vertiefungen. Diese füllten sich später mit Wasser.
Typisch für Feldsölle ist, dass sie keinen sichtbaren Zu- oder Abfluss haben und oft mitten auf Feldern liegen. Ihre Größe kann stark variieren, meist sind sie aber eher klein.
Oasen in der Landschaft
Sölle sind wichtige Lebensräume, weil sie in ansonsten oft eintönigen Agrarlandschaften kleine „Oasen“ für viele Arten bilden.
-
Lebensraum für viele Tierarten
Sölle bieten Wasser und Schutz für Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche. Diese nutzen sie als Laichgewässer, also zur Fortpflanzung. -
Viele unterschiedliche Lebensbedingungen auf kleinem Raum
Am Rand wachsen Pflanzen im feuchten Boden, im Wasser leben andere Arten – dadurch entstehen verschiedene Lebenszonen. Das fördert eine hohe Artenvielfalt. -
Rückzugsorte in der Landschaft
In intensiv genutzten Feldern gibt es oft wenig natürliche Lebensräume. Sölle sind deshalb wichtige Rückzugsorte für Insekten, Vögel und Kleintiere. -
Bedeutung für die Nahrungskette
Viele Tiere finden dort Nahrung, zum Beispiel Insektenlarven im Wasser. Diese sind wiederum Futter für Vögel oder Amphibien. -
Vernetzung von Lebensräumen
Sölle wirken wie „Zwischenstationen“, über die sich Arten in der Landschaft ausbreiten können.
Überraschendes Ergebnis
Die besuchten Sölle befinden sich in einem guten Zustand. Umso erstaunlicher war es, dass wir nicht einen einzigen Molch feststellen konnten. Damit hatte wirklich keiner gerechnet.
Eventuell sind die strenge Kälte im Winterhalbjahr und die frostigen Nächte in der letzten Woche an einer verzögerten Anwanderung schuld. Wir werden auf jeden Fall die Gewässer in einigen
Wochen erneut untersuchen.
Erschreckend war die geringe Zahl der Laichballen der Moorfrösche. Die vielen Häute von Moorfröschen und Erdkröten am Uferrand weisen auf einen hohen Waschbärbestand hin. Wenn wir diesbezüglich
nichts unternehmen, werden die Arten dort keine geeigneten Bedingungen mehr vorfinden.













