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Ausflug zum "Amazonas des Nordens"

Führung durch Roland Prillwitz

Ein Blaukehlchen sitzt auf einem Weidenzweig und singt in der Morgensonne.
Blaukehlchen im Morgenlicht. | Foto: Monty Erselius 2026, Stuerscher See

Gemeinsam haben wir die "Große Rosin" an der Peene besucht. Ein Naturschutzgebiet mit einer Artenvielfalt, wie sie kaum noch zu finden ist.

Die Große Rosin, was ist das eigentlich?

Die Große Rosin ist kein Ort im engeren Sinne, sondern ein ausgedehntes Niedermoor- und Wiesenareal südlich der Peene, am Kummerower See. Bis 2006 wurde die Fläche landwirtschaftlich, vorwiegend durch Beweidung genutzt und ständig entwässert. Seitdem wurde der Wasserspiegel angehoben und die Überflutung zugelassen. Heute gehört die Große Rosin zu den typischen Überflutungsflächen des Peenetals. Das Gelände ist extrem flach und liegt nur wenig über dem Wasserspiegel des Flusses.

Charakteristisch für die Große Rosin sind:

  • großflächige, oft nasse Wiesen und Seggenriede
  • moorige Böden mit hohem Wasserstand
  • zahlreiche Gräben und kleinere Altarme der Peene

    Je nach Jahreszeit steht ein Teil der Fläche sogar unter Wasser, besonders im Frühjahr oder nach längeren Regenperioden. Genau diese Dynamik macht das Gebiet ökologisch so wertvoll.

Welche Arten sind dort zu Hause?

Die Große Rosin ist ein bedeutender Lebensraum für zahlreiche Tierarten und gehört zu den ökologisch wertvollen Bereichen entlang der Peene. Die weitläufigen Feuchtwiesen und Moorflächen bieten ideale Bedingungen für viele spezialisierte Arten. So dient das Gebiet als Brutplatz für Wiesen- und Wasservögel wie den Kiebitz und die Bekassine, während es im Herbst von ziehenden Kranichen und Gänsen als Rastgebiet genutzt wird. Auch Amphibien und zahlreiche Insekten finden hier geeignete Lebensräume, die durch den hohen Wasserstand und die naturnahe Struktur begünstigt werden. In den Gräben und Randbereichen sind zudem größere Tiere wie der Biber anzutreffen. Die geringe Besiedlung und die damit verbundene niedrige Störungsintensität tragen wesentlich dazu bei, dass sich auch empfindliche und seltene Arten hier halten können. 20 Jahre nach der Flutung lässt sich feststellen, dass die Moorentwicklung langsamer voranschreitet, als gedacht. Die Entwicklung des Gebietes ist positiv, nach wie vor gehört es zu den ökologisch besonders wertvollen Gebieten im Lande.

Was gab es zu sehen und zu hören?

Der zertifizierte Naturführer Roland Prillwitz erläuterte uns anfangs die Geschichte und die Besonderheiten des Gebietes. Dies wurde vom Gesang von Rohrschwirl und Schilfrohrsänger untermalt, was die Vorfreude nochmals steigerte. Auf einem befestigten Damm konnten wir das Gebiet trockenen Fußes durchqueren und viele Vogelarten verhören und sehen, die wir in unserer Region vergeblich suchen. Ungewöhnlich war für uns die Anwesenheit von Zwergsägern, die wir bei uns nur während der Wasservogelzählung im Winter beobachten können. Neben Schnatter-, Löffel, und Stockenten konnten auch Krickenten, Pfeifenten und Spießenten beobachtet werden. Auch die Taucher waren zahlreich und mit Hauben-, Rothals-, Zwerg- und Schwarzhalstauchern vertreten. Die ersten Gössel der Graugänse waren zu sehen und stahlen einer einzelnen Kannadagans fast die Show. 
Bartmeisen, eine Beutelmeise und ein Blaukehlchen waren Highlights, die sich alle Ornithologen erhofft hatten und sie wurden nicht enttäuscht. Es gab nicht nur Vögel zu sehen, auch links und rechts des Weges gab es Pflanzen und Insekten zu entdecken. Für viele eine Premiere war das Laichgeschäft der Hechte, welches im Flachwasser ausgezeichnet beobachtet werden konnte. Ein wirklich gelungener Vormittag, mit einem kompetenten Naturführer und einer duften Truppe - das hat wieder richtig Spaß gemacht. 
Der hohe Wasserstand ließ uns die Limikolen vermissen - ein Grund, vielleicht im Herbst noch einmal zurück zu kommen.

Insgesamt konnten 70! Vogelarten verhört oder sogar gesehen werden!

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Liste der verhörten und gesehenen Vogelarten in der Großen Rosin, 26. April 2026
vogelarten-grosse-rosin-April2026.pdf
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