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Ausflug auf dem Krakower Obersee

Eine Bootsfahrt die ist lustig ...♫.♪.♫

Exkursionsleitung: Dr. Sebastian Lorenz

Eine Gruppe von Frauen, Männern und einem kleinen Mädchen stehen am Seeufer. Im Hintergrund ein mächtiger Birnbaum vor dunkler Wolkenkulisse.
Auf dem Großen Werder | Foto: Monty Erselius 2026, Krakower Obersee

Dr. Sebastian Lorenz entführte uns in die Inselwelt des Krakower Obersees. Dabei stellte er uns die Insel Rauwerder und den Großen Werder näher vor. Wir waren beeindruckt von der Vogelwelt, aber auch vom aufwändigen Pflegemanagment, um diese Lebensräume zu erhalten.

Der Krakower Obersee

Der Krakower Obersee besitzt eine hohe ökologische Bedeutung innerhalb der Mecklenburgischen Seenlandschaft. Schilfröhrichte, Flachwasserzonen und bewaldete Ufer bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Besonders wichtig sind die Inseln des Sees, die als störungsarme Brut- und Rückzugsorte für Wasservögel dienen. Dort finden Arten wie Fischadler, Seeadler, Fischotter und Kormoran geeignete Lebensbedingungen. Die Inseln tragen außerdem zur Stabilität des ökologischen Gleichgewichts und zum Biotopverbund der Region bei.

Zum Schutz des empfindlichen Ökosystems gelten in Teilen des Gebietes besondere Naturschutzmaßnahmen, darunter Betretungsbeschränkungen und Regelungen für den Bootsverkehr.

Auf dem Rauwerder

Als erster Anlaufpunkt wurde der Rauwerder gewählt. Der beeindruckende Baumbestand zog uns sofort in seinen Bann. Aber es waren nicht die aus der Ferne vermuteten Buchen, sondern Linden in selten gesehener Fülle und Vitalität. So kann ein Wald ohne Nutzungsdruck aussehen. Schuppenwurz und Zwiebel-Zahnwurz begleiteten uns auf dem Weg durch den faszinierenden Wald. Sebastian erläuterte die reiche Pilzflora und den damit verbundenen schnellen Abbau von Totholz auf der Insel. Leider verhindern hier in den letzten Jahren die invasiven Waschbären die Besetzung der Nisthilfen durch Schellenten. Durch den hohen Anteil an stehendem Totholz und dem damit verbundenen Höhlenreichtum finden die Schellenten weiterhin gute Nistmöglichkeiten.
Ein ernsthaftes Problem stellen die Kormorane dar, die bei einer Besiedelung den Baumbestand durch Kot zum Absterben bringen würden. Der benachbarte Lockwerder beherbergt eine Kormorankolonie, welche den Rauwerder jährlich als Brutgebiet ins Auge fasst. Durch den Fischreichtum des Krakower Obersees findet der Kormoran hier perfekte Lebensbedingungen und ist grundsätzlich willkommen. Aus diesem Grunde wird seit Jahren auf dem Rauwerder erfolgreich eine "stille Vergrämung" praktiziert, damit Kormorane und wertvolle Bäume im gleichen Lebensraum existieren können.

Der Große Werder

Ganz anders als der Rauwerder, ist der Große Werder völlig waldfrei. Weißdorn und vereinzelte Birnbäume prägen das Landschaftsbild und die "Weite Mecklenburgs" ist hier erlebbar. Ohne ein geschicktes Management durch Beweidung wäre auch diese von Menschen geprägte Landschaft längst verschwunden. Völlig frei leben hier Ziegen, Schafe, Pferde und Esel zusammen. Diese werden im Frühjahr auf die Insel gebracht und im Herbst wieder abgeholt. Den ganzen Sommer über hält man zu den Tieren Kontakt, um ein völliges Verwildern zu verhindern. Nur so kann der Abtrieb im Herbst für Mensch und Tier stressfrei verlaufen. Von den vielen Eindrücken wird uns besonders die Lachmöwenkolonie in Erinnerung bleiben. Wo kann man so etwas noch hautnah erleben? Aber auch hier erkennt selbst der Laie, welche aufwändigen Schutzmaßnahmen notwendig sind, um eine Plünderung der Brutkolonie zu verhindern. Während Verluste durch Wanderfalke oder Rohrweihe problemlos kompensiert werden können, würden Fuchs oder Waschbär hier zu einer erheblichen Dezimierung des Bestandes beitragen.