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Vogelstimmenwanderung am Kuppentiner Landweg

Vielfalt vor den Toren der Stadt

Exkursionsleitung: Kerstin Bull

Frauen und Männer stehen auf einem alten Landweg im Maiengrün. Es wird gelauscht, geschaut und geplaudert.
Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Es gab viel zu entdecken und zu lernen. | Foto: Monty Erselius 2026, Plau am See

Ein interessanter Spot für die Vogelbeobachtung liegt am westlichen Stadtrand von Plau: Der Kuppentiner Landweg mit dem Feuchtgebiet Plauer Syhring. Bei der Vogelstimmenwanderung wurden viele Charakterarten dieser "Oasen" innerhalb intensiv bewirtschafteter Flächen vorgestellt. Mit 50 verhörten und gesehenen Arten wurden unsere Erwartungen übertroffen.

Landweg von überregionaler Bedeutung.

Der Kuppentiner Landweg ist ein ruhiger, ländlich geprägte Weg nördlich von Plau am See. Der alte Landweg führt durch Felder, Wiesen und kleine Waldstücke. Landwirtschaft spielt hier eine große Rolle, und je nach Jahreszeit verändert sich das Landschaftsbild deutlich – von saftig grün im Frühling bis zu goldgelben Feldern im Spätsommer. Die Umgebung des Kuppentiner Landwegs wirkt entschleunigt und naturverbunden, deshalb ist der Landweg bei Radfahrern und vor allem bei Spaziergängern sehr beliebt. Historisch gesehen gehören solche Landwege zu den älteren Verkehrsverbindungen zwischen Dörfern. Sie entwickelten sich oft aus einfachen Wirtschaftswegen, die später befestigt wurden. Auch der Kuppentiner Landweg dürfte in seiner heutigen Form auf eine solche Entwicklung zurückgehen und spiegelt damit die regionale Geschichte und Struktur wider.

Was wurde gehört und gesehen?

Am frühen Morgen war die beste Zeit, um Vögel zu beobachten und zu hören. Wir nutzten diesen Aspekt und genossen den erwachenden Tag mit reichlich Vogelgesang. Feldlerchen, Goldammern und Stieglitze begleiteten uns auf den Weg Richtung Syhring auf dem alten Landweg. An Feldhecken und extensiv genutztem Grünland sangen Neuntöter, Dorngrasmücken und eine Grauammer. Leider fehlten heute die Schwarzkehlchen. Durch landwirtschaftliche Arbeiten wurden Rot-und Schwarzmilan sowie ein Weißstorch angezogen. Am Feuchtgebiet gab es Zwertaucher zu hören, Enten und ein brütender Schwan waren ebenfalls zu sehen. Eine abfliegende Schnepfe konnte nicht sicher bestimmt werden. In einem kleinen Wäldchen gaben dann Fitis, Nachtigall, Zilpzalp, Gartengrasmücke und Gartenrotschwanz ein Abschiedsständchen. Kerstin Bull ist es wieder gelungen, interessierten Laien zahlreiche Vogelstimmen und Bestimmungsmerkmale zu vermitteln.

Landwirtschaft und Natur müssen sich nicht ausschließen!

Bei dieser Exkursion wurde allen klar, welchen hohen Stellenwert Landwege, Ackersölle und Feuchtgebiete in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind. Diese Oasen sind die letzten Rückzugsorte und auch "Trittsteine" zwischen größeren Gebieten. Es gilt weiterhin, die Landwirte für diese Gebiete zu sensibilisieren, so dass der Artenschwund in der Offenlandschaft die Geschwindigkeit verlangsamt. Mit den Landwirten unserer Region sind wir auf einem guten Weg und die Gespräche sind fruchtbar und konstruktiv.