· 

Moor muss nass

Wie steht es um das Quaßliner Moor?

Exkursionsleiter: Udo Steinhäuser

Frauen und Männer gehen in einer Reihe und bahnen sich einen Weg durch brusthohe Vegetation.
Nicht alle Flächen im Gebiet sind gemäht. | Foto: Monty Erselius 2026, Quaßliner Moor

Durch seinen außergewöhnlichen Artenreichtum begeistert das Quaßliner Moor seit vielen Jahren Naturfreunde aus nah und fern. Mit 48 nachgewiesenen Muschel- und Schneckenarten, 110 Schwebfliegenarten sowie 184 entdeckten Käferarten zählt das Gebiet zu den besonders vielfältigen Lebensräumen der Region. Bei dieser Exkursion sollten jedoch nicht einzelne Arten im Vordergrund stehen – vielmehr wollten wir die faszinierende Vielfalt der gesamten Lebewelt dieses einzigartigen Naturschutzgebietes gemeinsam entdecken.

Naturschutzgebiet mit Geschichte

Das Quaßliner Moor ist ein ökologisch besonders wertvolles Naturschutzgebiet an der Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Es liegt südlich von Lübz in einer eiszeitlich entstandenen Schmelzwasserrinne und umfasst Moorflächen, Quellbereiche, Feuchtwiesen und naturnahe Bachläufe.
Der mecklenburgische Teil wurde bereits 1959 unter Schutz gestellt – ungewöhnlich früh für Moorgebiete. Heute gehört das Quaßliner Moor zum europäischen Natura-2000-Netzwerk.

Gute Wasserstände im Frühsommer 2026.

Auch dieses Moor leidet unter zunehmender Trockenheit. Der Wasserhaushalt gilt als empfindlich, weil frühere Entwässerungen die Moorentwicklung beeinträchtigt haben. Deshalb laufen dort Maßnahmen zur Stabilisierung des Wasserstands und zur Pflege der offenen Moorflächen. Durch das regenreiche Frühjahr fanden wir die Moorfläche in einem sehr guten Zustand. Das Breitblättrige Knabenkraut stand in voller Blüte und neben Sumpf-Blutauge und Fieberklee konnten auch zahlreiche Pflanzen vom Sumpf-Sitter gefunden werden.

Pflegekonzept wird erarbeitet.

Langfristig ist geplant, einen optimalen Wasserstand für das gesamte Gebiet herzustellen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Pflege der wertvollen Wiesen im Quaßliner Moor weiterhin möglich bleibt. Wir werden die Entwicklung im Gebiet gespannt verfolgen und könnten uns durchaus vorstellen, auf kleinen Flächen aktiv zu werden. Die Entfernung von neu aufwachsenden Gehölzen wäre auf der kleinen Moorfläche in Handarbeit möglich.